Liebe Freunde meiner Bibelauslegungen!

Im Januar 1997 haben wir angefangen, monatlich Bibelhefte unter dem Namen 'Bibeltag' herauszugeben. Diese Hefte liefen bis zum Juni 2000. Meine Aufgabe war, die neutestamentlichen Bibelstellen auszulegen, die unter 'Wissenswertes' standen.

Werft das Netz wieder aus!

Werft das Netz wieder aus!

Viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus der evangelischen und der katholischen Kirche erarbeiteten die Rubriken: 'Impulse', 'Zugänge', 'Mit den Sinnen erfahren', 'Kreativ-provokativ', 'Betrachtung', 'Beten und feiern mit Kindern', 'Beten und feiern mit Jugendlichen', 'Beten und feiern mit Erwachsenen' und 'Mitbringsel'.

Als die Hefte um die Mitte des Jahres 2000 endeten, war das Interesse draußen so groß, dass wir unsere Bibelauslegungen im Internet weiterführten. Wir begannen mit der 'Net - Bibel - Speyer' im März 2001. Ich durfte wieder die neutestamentlichen Stellen auslegen unter der Rubrik '...ausgelegt'. Die MitarbeiterInnen nahmen sich der Rubriken '...aufbereitet', '... ins Gespräch gebracht', '...gefeiert' und '...aufgemischt' an. Das ging bis November 2003. Alle diese Texte können sie im "Archiv" der Net - Bibel -Speyer nachlesen.

Ab Dezember 2003 gibt es nur mehr meine Rubrik '...ausgelegt'. Ich dachte mir, es gibt genug Menschen, die eine gute und wissenschaftlich nachprüfbare Auslegung interessiert. Die Texte, die ich nehme, sind alle aus der Liturgie. Aber ich kann nicht die Evangelien nehmen, die ich schon in den Heften oder in der Net-Bibel-Speyer ausgelegt habe. Deshalb muss ich Texte wählen, die noch nicht ausgelegt sind und das sind jetzt hauptsächlich Texte aus der Briefliteratur des Neuen Testamentes. Von dem Inhalt der Briefe haben wir oft keine Ahnung, weil sie in der kurzen Lesung oft schwer zu verstehen sind und selten in der Predigt erklärt werden. Scheuen sie die Mühe nicht, sie werden Perlen unseres Glaubens entdecken. Auch sind ja die Paulusbriefe viel älter als die Evangelien und führen sie an den Beginn des Christentums.

Ich grüße Sie herzlich und wünsche Ihnen viel geistlichen Gewinn und Freude an den Auslegungen,

Ihr Ludwig Volz, Prof.



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Bibeltext: Joh 13,1-15, Evangelium zum Gründonnerstag, 21. 4. 2011, "Die Fußwaschung"


Ausgelegt: Joh 13,1-15


Bibeltext: Mt 4,1-11, Evangelium zum ersten Fastensonntag, 13. März 2011, "Die Versuchung Jesu"


Ausgelegt: Mt 4,1-11


Bibeltext: 1 Kor 3,16-23, Lesung zum 7. Sonntag im Jahreskreis, 20 Februar 2011, "Ihr aber gehört Christus"


Ausgelegt: 1 Kor 3,16-23


Bibeltext: Mt 5,1-12a, Evangelium zum 4. Sonntag im Jahreskreis, 30. Jan. 2011, "Er sagte: Selig, die arm sind vor Gott"


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Bibeltext: Mt 1,18-24, Evangelium zum 4. Adventssonntag 19. Dez. 2010, "Vom Wirken des Hl. Geistes"


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Bibeltext: Lukas 20,27-40, Evangelium zum 32. Sonntag im Jahreskreis. 7. Nov. 2010, "Auferstehung der Toten"


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Bibeltext: Johannes 20,1-18, Evangelium zum Ostersonntag, 4. April 2010, "Leeres Grab"


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Bibeltext: Sprichwörter 31,10-31, Erste Lesung zum
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Bibeltext: Mt 11,25 - 30, Evangelium zum 14. Sonntag im Jahreskreis, 6. Juli 2008, “Ich preise dich...”

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Ausgelegt: Mt 6,24 - 34


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Ausgelegt: Joh 14,15 - 21


Bibeltext: Joh 19,16b-30,- Lesejahr A, ... aus der Passion
zum Karfreitag, 21. März 2008, "Die Hinrichtung Jesu"


Ausgelegt: Joh 19,16b-30


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Ausgelegt: Gen 2,7-9; 3,1-7


Bibeltext: Jes 42,5a.1-4.6-7,- Lesejahr A, 1. Lesung zum Fest: Taufe des Herrn, 13. Januar 2008, "Seht, das ist mein Knecht"

Ausgelegt: Jes 42,5a.1-4.6-7


Bibeltext: Jes 35,1-6b,- Lesejahr A, 1. Lesung zum 3. Adventssonntag, 16. Dezember 2007, "Verheißung des messianischen Heils"

Ausgelegt: Jes 35,1-6b


Bibeltext: Lk 21,5 - 19 ,- Lesejahr C, Evangelium zum 33. Sonntag im Jahreskreis, 18. November 2007, "Endzeitrede des Lukas"

Ausgelegt: Lk 21,5 - 19


Bibeltext: Lk 18,1-8 ,- Lesejahr C, Evangelium zum 29. Sonntag im Jahreskreis, 21. Oktober 2007 "Gleichnis vom Richter und der Witwe"

Ausgelegt: Lk 18,1-8


Bibeltext: Lk 16,1-13,- Lesejahr C, Evangelium zum 25. Sonntag im Jahreskreis, 23. September 2007 "Vom klugen Verwalter..."

Ausgelegt: Lk 16,1-13


Bibeltext: Lk 12,49-53 ,- Lesejahr C, Evangelium zum 20. Sonntag im Jahreskreis, 19. August 2007 "Feuer auf die Erde"

Ausgelegt: Lk 12,49-53


Bibeltext: Lk 10,38-42 ,- Lesejahr C, Evangelium zum 16. Sonntag im Jahreskreis, 22. Juli 2007 "Herr, kümmert es dich nicht?"

Ausgelegt: Lk 10,38-42


Bibeltext: Lk 7,11-17, Lesejahr C, Evangelium zum 10. Sonntag im Jahreskreis, 10. Juni 2007 "Weine nicht!"

Ausgelegt: Lk 7,11-17


Bibeltext: Joh 13,31- 33a. 34-35, Lesejahr C, Evangelium
zum 5. Sonntag der Osterzeit, 6. Mai 2007 "Wie ich euch geliebt habe..."


Ausgelegt: Joh 13,31- 33a. 34-35


Bibeltext: Phil 3,8 -14, Lesejahr C, 2. Lesung vom 5. Fastensonntag, 25. März 2007 "Ich sehe alles als Verlust an..."

Ausgelegt u. Predigtanregungen: Phil 3,8 - 14


Bibeltext: Lukas 4,1-13, Lesejahr C, Evangelium vom 1. Fastensonntag, 25. Februar 2007 "Vom Teufel versucht"

Ausgelegt: Lukas 4,1-13


Bibeltext: Phil 1,4-6.8-11, Lesejahr C, 2. Lesung vom 2. Adventssonntag. 10.Dez. 2006: "Gemeinsam für das Evangelium"

Ausgelegt: Phil 1,4-6.8-11


Bibeltext: Hebr 9,24 - 28, Lesejahr B, 2. Lesung vom 32. S. i. Jahreskreis. 12. Nov. 2006: "Christus vor Gottes Angesicht"

Ausgelegt: Hebr 9,24 - 28


Bibeltext: Hebr 4, 12-13, Lesejahr B, 2. Lesung, 28. Sonntag i.J. 15.Oktober 2006: "Richterliche Macht"

Ausgelegt: Hebr 4, 12-13


Bibeltext: Jak 2, 14-18, Lesejahr B, 24. Sonntag i.J. 17.September 2006: "Glaube und Werke"

Ausgelegt: Jak 2, 14-18


Bibeltext: Joh 15,26 bis 27 u. 16,12 bis 15 Lesejahr B, Evangelium vom Pfingstfest 2006: "Wenn der Beistand aber..."

Ausgelegt: Joh 15,26 bis 27 u. 16,12 bis 15


Bibeltext: Joh 10,11-21Lesejahr B, 4. Sonntag i.d. Osterzeit, 7. Mai 2006: "Hirt, der gute Hirt"

Ausgelegt: Joh 10,11-21


Bibeltext: 1 Kor 9,16-19. 22-23 Lesejahr B, 2. Lesung 5. So.i.J. 05. Februar 2006: "Was ist nun mein Lohn?"

Ausgelegt: 1 Kor 9,16-19. 22-23


Bibeltext: 1 Thess 5,12-24 - Lesejahr B, 3. Adventssonntag - 11. Dezember 2005: Leben in der Gemeinschaft als Gemeinde

Ausgelegt: 1 Thess 5,12-24


Bibeltext: 1 Thess 2,1-13 - Lesejahr A, 31. Sonntag im Jahreskreis : Rückblick auf die Anfänge der Gemeinde

Ausgelegt: 1 Thess 2,1-13


Bibeltext: Mt 21,28-32 - Lesejahr A, 26. Sonntag im Jahreskreis : Das Gleichnis von den ungleichen Söhnen

Ausgelegt: Mt 21,28-32


Bibeltext: Joh 14,1 - 12 - Lesejahr A, Evangelium am 5. Sonntag in der Osterzeit (Lj. A): Aus der ersten Abschiedsrede

Ausgelegt: Joh 13,1 - 15


Bibeltext: Joh 13,1 - 15 - Lesejahr A, Evangelium am Gründonnerstag: Die Fußwaschung

Ausgelegt: Joh 13,1 - 15


Bibeltext: Mt 17,1- 9 - Lesejahr A, Evangelium am 2. Fastensonntag: Die Verwandlung Jesu

Ausgelegt: Mt 17,1- 9


Bibeltext: Mt 4,12 - 23 - Lesejahr A, Evangelium am 3. S. i. Jahreskreis: Jesus zieht nach Kafarnaum

Ausgelegt: Mt 4,12 - 23


Bibeltext: Hebräer 1, 1-6 - Lesejahr A, Lesung 1. Weihnachtstag

Ausgelegt: Hebräer 1, 1-6


Bibeltext: Röm 13,11-14 - Lesejahr A, 2. Lesung -1. Adventssonntag: Adventsruf

Ausgelegt: Röm 13,11-14


Bibeltext: Lk 19, 1-10 - Evangelium vom 31. Sonntag i. J.: Jesus begegnet Zachäus

Ausgelegt: Lk 19, 1-10


Bibeltext: 2 Tim 1,6-8.13-14 - Lesung vom 27. Sonntag i. J.: Amts - Charisma

Ausgelegt: 2 Tim 1,6-8.13-14


Bibeltext: Phlm 9b-10.12-17 - Lesung vom 23. Sonntag i. J.: Paulus bittet für Onesimus

Ausgelegt: Phlm 9b-10.12-17


Bibeltext: Kol 3,1-5.9-11 - Lesung vom 18. Sonntag im Jahreskreis: Der neue Mensch

Ausgelegt: Kol 3,1-5.9-11


Bibeltext: Gal 6, 14 - 18 - Lesung vom 14. Sonntag i. Jahreskreis: Zeichen Jesu

Ausgelegt: Gal 6, 14 - 18


Bibeltext: Röm 8, 8-17 - Lesung von Pfingsten

Ausgelegt: Röm 8, 8-17


Bibeltext: Joh 10, 27-30 - Evangelium v. 4. Sonntag i.d. Osterzeit: Schafe

Ausgelegt: Joh 10, 27-30


 Bibeltext: Joh 8, 1-11 - Evangelium v. 5. Fastensonntag: Ehebrecherin

Ausgelegt: Joh 8, 1-11


 Bibeltext: Röm 10,1-13 - Lesung am 1. Fastensonntag

Ausgelegt:Röm 10,1-13


Bibeltext: 1 Kor 12,31b - 13,13 - Lesung vom 4. Sonntag i. d. Jahreszeit: Hohes Lied der Liebe

Ausgelegt: 1 Kor 12,31b - 13,13


Bibeltext: Joh 1,1-18 - Evangelium vom Hochamt an Weihnachten

Ausgelegt: Joh 1,1-18


...ausgelegt: Joh 13,1-15 Fußwaschung durch Jesus      
                                                                          L. Volz

1. Eine außerordendlich schöne Geschichte

1.1 Mit der Geschichte von der Fußwaschung ist dem Johannesevangelisten eine sehr schöne und theologisch besonders reiche Geschichte gelungen. Mit ihr beginnt ein neuer Teil des Johannesevangeliums. Dieser Teil reicht von 13,1 bis 17,26. In ihm können fünf Einheiten unterschieden werden: Zuerst die Fußwaschung während eines Mahles einen Tag vor dem Paschafest (13,1 - 13,20), dann die Ansage des Verrats mit dem Hinausgehen des Judas (13,21-30). Es folgt eine erste Abschiedsrede Jesu ( 13,31 - 14,31) und eine zweite Abschiedsrede ( 15,1-16,33). Schließlich betet Jesus zu seinem "Vater" (17,1-26).

1.2 Mit 18,1 verlässt Jesus mit den Jüngern den Raum des Abendmahles. Es heißt da: "Nach diesen Worten ging Jesus mit seinen Jüngern hinaus, auf die andere Seite des Baches Kidron. Dort war ein Garten, in den ging er mit seinen Jüngern hinein". Es folgt die Leidensgeschichte Jesu. So wird die Fußwaschung zum Eingangstor der Leidensgeschichte Jesu. Die Fußwaschung ist eine symbolische Geschichte, in der der Evangelist versucht, den Tod Jesu zu deuten und Folgerungen für seine Gemeinde, die Kirche, daraus zu ziehen.

1.3 Die Fußwaschung ist für den Leser auch eine sehr trostreiche Geschichte. Als trostreich empfinde ich beim Lesen, dass in Vers 1 und in Vers 3 der Tod Jesu als ein Hinübergehen und ein Zurückkehren zum Vater bezeichnet wird. Ein Weg zum Vater wird auch der Weg der Jünger und auch des Lesers sein, wenn er an seinen eigenen Tod denkt. Trostreich ist auch die Antwort Jesu an Petrus in Vers 10. Jesus sagt da: "Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein." Er meint damit die Jünger außer dem einen, der ihn verraten wird.

Warum sind sie rein? Weil er ihnen die Füße gewaschen hat, was ein Symbol für seine Hingabe am Kreuz ist, die auch für uns wirksam wird. Seine Hingabe, sein Kreuzestod machen uns rein für unseren Weg zum Vater.

2. Die Gliederung der Erzählung

Johannes führt den Leser mit einer Zeitangabe ein. Er schreibt: "Es war vor dem Paschafest" oder "Vor dem Festtag des Passah". In den Versen 2-5 folgt nun die Zeichenhandlung oder Symbolhandlung des Füßewaschens. In den Versen 6-11 kommt eine erste Deutung. Die Verse 12-15 bringen eine zweite Deutung. Die beiden Deutungen sagen etwas über das Werk Jesu, die Kirche. Man könnte sagen: Die Kirche, in der die Menschen einander die Füße waschen, steht auf den von Jesus gewaschenen Füßen. Was bedeutet das? Betrachten wir die einzelnen Verse.

3. Zu den einzelnen Versen von Joh 13,1-15

Joh 13,1: "Es war vor dem Paschafest. Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung."

a) Wir sind im Johannesevangelium einen Tag vor dem Paschafest. Der Tag beginnt für Israel damals am Abend und reicht bis zum nächsten Abend. An diesem einen Tag geschieht nun alles, was im Folgenden erzählt wird bis hin zu Jesu Tod. Am Abend dieses Tages wird er sterben und bestattet werden. In den drei synoptischen Evangelien ist es der Tag des Paschafestes selbst, an dem Jesus stirbt, also einen Tag später. Wer es besser weiß, ist nicht auszumachen.

b) Jesus weiß um diese "seine Stunde", die nun gekommen war. Von dieser seiner "Stunde" hatte er schon zu Beginn des Evangeliums in 2,4 bei der Hochzeit zu Kana gesprochen. Hier nun wird die Stunde bestimmt als die Stunde, da er hinübergeht zum Vater und die Stunde seiner größten Liebe zu den Seinen. Er liebt sie "bis zur Vollendung" oder "bis zum Ende" oder "bis zuletzt", je nach Übersetzung.

c) J. Blank weiß diese "Stunde" mit folgenden Worten zu deuten: "Der Hinübergang Jesu zum Vater, der seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung einschließt - ebendies ist der gesamte Inhalt der "Stunde" -, wird von Johannes als die höchste Vollendung der Liebe Jesu zu den Seinen verstanden. Was Johannes im folgenden nacherzählten will, ist nicht eine banale Geschichte, die irgendwann einmal stattgefunden hat, sondern die Geschichte der vollendeten Liebe". Deshalb stirbt Jesus auch mit dem Wort: "Es ist vollbracht" oder "Es ist vollendet" (19,30).

Verse 2-5: "Es fand ein Mahl statt, und der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, schon ins Herz gegeben, ihn zu verraten und auszuliefern. 3 Jesus wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, 4 stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. 5 Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war".

a) Ganz kurz nur erwähnt Johannes das Abendmahl. Das ist erstaunlich, denn schauen wir in die drei anderen Evangelien, dann ist dieses Abendmahl ja das Mahl, in dem Jesus die Eucharistie einsetzt. Dieser Einsetzung der Eucharistie hat Johannes schon in 6,51-58 in der großen Brotrede gedacht. Dort sagt er: "Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, (Ich gebe es hin) für das Leben der Welt..."

b) Nach Johannes stirbt Jesus, das Lamm Gottes, einen Tag vor dem Fest, zu der Zeit, da die Juden die Paschalämmer für das Fest schlachteten. In Joh 19,14ff heißt es: "Es war am Rüsttag des Paschafestes, ungefähr um die sechste Stunde. Pilatus sagte zu den Juden: Da ist euer König: Sie aber schrieen: Weg mit ihm, kreuzige ihn! Pilatus aber sagte zu ihnen: Euren König soll ich kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König außer dem Kaiser. Da lieferte er ihnen Jesus aus, damit er gekreuzigt würde. Sie übernahmen Jesus. Er trug sein Kreuz... Dort kreuzigten sie ihn."

c) Johannes führt auch gleich den Verräter Judas ein, der das Spiel des Teufels ausführt. Dann kommt er zum Eigentlichen. Dieses Eigentliche ist für ihn die Symbolhandlung der Fußwaschung. Zuvor aber muss er noch betonen, dass Jesus wusste, "dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte". Damit erhebt der Evangelist alles in eine andere Dimension. Bei Johannes wird der freie Wille Jesu zu dem Kommenden betont. Das ganze Leiden hat Jesus völlig in der Hand. Er wird nicht von einem blinden Schicksal überfallen. Das Leiden Jesu wird bei Johannes mehr als Aktion Jesu gesehen, einer Aktion, in der die Liebe herrscht und in der die tiefe Verbundenheit mit Gott zum Tragen kommt.

Verse 6-10: "Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen? 7 Jesus antwortete ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen. 8 Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir. 9 Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur die Füße, sondern auch die Hände und das Haupt. 10 Jesus sagte zu i hm: Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein,"

a) Das Gespräch mit Petrus bringt eine erste Auslegung der Fußwaschung. Die Fußwaschung erscheint als symbolische Sinndeutung des Todes Jesu. Die Fußwaschung ist ja ein Sklavendienst. Diesen Sklavendienst leistet Jesus seinen Jüngern, die er bis ans Ende liebt. Petrus versteht nicht, dass Jesus diesen Sklavendienst leisten will und was das zu bedeuten hat. Jesus tröstet Petrus, indem er ihm verspricht, dass er es jetzt noch nicht verstehen könne, aber später werde das gelingen. Mit dem "später" sind wohl Jesu Tod am Kreuz und seine Auferstehung gemeint.

b) Der Leser beginnt zu begreifen, um was es eigentlich bei der Fußwaschung geht. Petrus noch nicht. Er weigert sich. Aber Jesus bringt ein Argument, das Petrus überzeugt: " Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir." "Anteil haben an ihm" bedeutet, mit ihm tief verbunden sein, zu ihm gehören, mit ihm Gemeinschaft haben. Das will natürlich Petrus und so fällt er in das andere Extrem, auch die Hände und seinen Kopf soll Jesus waschen. Er hat die Symbolik noch nicht verstanden. Das war vor der Kreuzigung auch schwierig, ja unmöglich. Der Leser weiß, wie es weitergeht und versteht deshalb die Symbolik der Fußwaschung. Sie steht für den Heilsdienst Jesu durch seinen Tod am Kreuz.

c) Die drei synoptischen Evangelien drücken diesen Heilsdienst nicht durch die Schilderung der Fußwaschung aus, sondern durch das "für euch" beim Paschamahl. Mk schreibt in 14,22ff: "Während des Mahls nahm Jesus das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es ihnen und sagte: Nehmt, das ist mein Leib. Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, reichte ihn den Jüngern, und sie tranken alle daraus. Und er sagte zu ihnen: Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird...". Mt fügt in 26,28 noch hinzu: "das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden". Lukas hat eine Überlieferung, die auch Paulus kennt und in 1 Kor 11,23-25 bringt. Sie heißt bei Lukas 22,19f: "Und er nahm Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und reichte es ihnen mit den Worten: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird".

d) Das Johannesevangelium weiß diesen Heilsdienst schon zu Beginn des Evangeliums in 1,29 auszudrücken, wenn Johannes der Täufer über Jesus sagt, als er vorbeikommt: "Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt". Wenn Jesus zu den Jüngern sagt: "Auch ihr seid rein", dann wird noch einmal deutlich, "dass sich die Zeichenhandlung der Fußwaschung auf die Heilsbedeutung des Todes Jesu bezieht. Sie ist das Symbol der vollständigen, umfassenden Reinigung und deutet die Wirkung des Todes Jesu im Sinn von 1 Joh 1,7: "und das Blut seines Sohnes Jesus reinigt uns von aller Sünde"" (J. Blank).

Verse 10c - 11: "aber nicht alle. 11 Er wusste nämlich, wer ihn verraten würde; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein".

Von der Symbolgeschichte geht es nun wieder in die geschichtliche Situation, in der es einen gab, der ihn verraten würde. Sein Name war oben in Vers 2 schon genannt, Judas, der Sohn des Simon Iskariot, der sich vom Teufel - wie es da heißt - leiten ließ. Auch bei den Synoptikern spricht Jesus beim Abendmahl vom Verrat durch Judas. Bei Markus spricht Jesus gleich davon, "als sie bei Tisch waren und aßen, sagte Jesus: Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten und ausliefern, einer von denen, die zusammen mit mir essen" (Mk 14,18). Offenbar gibt es das, dass einer sich aus der Jesusgemeinschaft selbst ausschließt und dann keinen Anteil an ihm hat, nicht zu ihm gehört, nicht mit ihm verbunden ist. Unser Text erklärt in Vers 11 noch einmal die Zusammenhänge und warum er sagte: "Ihr seid nicht alle rein". Vers 11 ist also "eine kommentierende Bemerkung des Evangelisten" (Kl. Wengst).

Verse 12-15: "Als er ihnen die Füße gewaschen, sein Gewand wieder angelegt und Platz genommen hatte, sagte er zu ihnen: Begreift ihr, was ich an euch getan habe? Ihr sagt zu mir Meister und Herr, und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es. 14 Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. 15 Ich habe euch ein Beispiel geben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe."

a) Mit Vers 12 nimmt der Evangelist Johannes das, was er oben in den Versen 4 und 5 erzählt hat, wieder auf. Jesus beendet die Fußwaschung. Und nun kommt mit der Frage "Begreift ihr, was ich an euch getan habe?" eine Jüngerbelehrung, die zur zweiten Deutung der Symbolhandlung der Fußwaschung wird. Um diese einzuleiten, muss zuerst geklärt werden, was das Besondere daran ist, dass Jesus den Jüngern die Füße wäscht. Das Besondere liegt darin, dass er ihr "Meister und Herr" ist; denn in der damaligen Sklavenhaltergesellschaft war die Arbeit, den andern die Füße zu waschen, Aufgabe derer, die in der Gesellschaft nichts galten; zum Beispiel der Sklaven. Jesus identifiziert sich also, obwohl er "Meister und Herr" für sie ist, mit denen, die nichts gelten. Deshalb auch die Hemmung des Petrus, als Jesus ihm die Füße waschen will.

b) Jesus hat sich zum Sklaven aller gemacht, obwohl er ihr "Meister", was wir mit Lehrer übersetzten können, und ihr "Herr" ist. Und wenn die Jünger nun Jesus als ihr "Lehrer" und "Herr" anerkennen, dann müssen sie auch dem Beispiel Jesu folgen und "einander die Füße waschen". Damit wird die Jüngergemeinde, die Kirche, in eine Partnerschaft eingebunden. J. Blank fasst das mit den Worten zusammen: "Das Symbol der Fußwaschung ist das Symbol für das totale Engagement Jesu, für seinen Lebenseinsatz bis zum Tod. Und von daher ist dieses Symbol auch vollmächtig und umfassend auf das gesamte Sein und Handeln der Gemeinde Jesu zu beziehen. Es ist das Gütezeichen, von dem alles 'christliche' und 'kirchliche' Handeln geprägtsein soll, als radikales Handeln aus der Liebe heraus" (S. 44). "Dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe".

Schluss: Zwei Deutungen der Fußwaschung sind also kombiniert. In der ersten Deutung geht es im Gespräch und im Handeln an Petrus um die Gemeinschaft der Jünger mit Jesus, dem Meister und Herr. "Die zweite Deutung fügt hinzu, dass diese Gemeinschaft der Jünger mit Jesus zugleich eine Gemeinschaft der Jünger untereinander erschießt und dass diese durch die Tat verwirklicht werden muss, wenn jene bestehen soll" (R. Bultmann). "Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen"! Die Kirche als Gemeinschaft, in der die einzelnen Glieder bereit sind, einander die Füße zu waschen.

4. Literatur

R. Bultmann, Das Evangelium des Johannes, Göttigen. Vandenhoeck & Ruprecht 1978

R. Schnackenburg, Das Johannesevangelium III. Teil, Freiburg, Herder 1982

J. Blank, Das Evangelium nach Johannes 2.Teil, Düsseldorf, Patmos 1977

Kl. Wengst, Das Johannesevangelium 2.Teilband, Stuttgart, Kohlhammer 2001

Autor: Ludwig-Volz-Speyer@T-ONLINE.DE

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