"Gottes Wille führt zum Leben"

Internationale Maiandacht des Kolpingwerkes in Otterberg

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Otterberg (26.05.2009). "Wenn ein Mensch so handeln will wie Maria, dann muss er sich schon vorher ganz in Gottes Willen gegeben haben", sagte Pfarrer Jörg Stengel (Weilerbach), Bezirkspräses und stellvertretender Diözesanpräses des Kolpingwerkes in der Zisterzienserabteikirche zu Otterberg. "Er muss im Glauben wirklich bejahen, dass Gottes Wille zum Leben führt, dass Gottes Wille Segen bringt, dass ein Mensch nur zur Fülle gelangen kann, wenn er sich ganz Gottes Willen überantwortet, sich von ihm gebrauchen lässt", betonte der Geistliche in seiner Predigt anlässlich der traditionellen Internationalen Maiandacht des Kolping-Bezirksverbandes Kaiserslautern-Landstuhl.

Fast 700 Gläubige verschiedener Nationen, Mitglieder des Kolpingwerkes und anderer katholischer Organisationen waren in der Wallonenstadt zusammengekommen, um im Vorfeld der Europawahlen gemeinsam für den Frieden in der Welt und ein auf dem Fundament des christlichen Menschenbildes geeintes Europa zu beten, unter ihnen Diözesanpräses Pfarrer Andreas König (Frankenthal) und die Diözesanvorsitzenden Klaus Butz (DV Speyer/Otterbach) und Toni Brunold (DV Mainz/Alzey).

Der Prediger stellte in den Mittelpunkt seiner Überlegungen die junge Frau Maria, der Gott zumutet, einen anderen Weg zu nehmen, einen Lebensweg, der nicht ihren eigenen Vorstellungen entspricht. "Und Gott stellt sie in eine Situation, die gesellschaftlich gar nicht leicht auszuhalten ist. Was ist, wenn Josef sie fortjagt unter Schimpf und Schande? Was ist, wenn die anderen fragen und nicht verstehen? Was ist, wenn sie spotten und lästern?", fragte Pfarrer Stengel. Aber Maria stelle diese Fragen gerade nicht. Sie füge sich ohne Wenn und Aber ein in den Willen Gottes. "Sie trifft eine Entscheidung ohne Netz und doppelten Boden. Alles auf eine Karte. Alles auf Gott!", so der Prediger wörtlich.

Marias Entscheidung gründe in einem radikalen Gottvertrauen. Ihr Gottvertrauen sei ihr und durch sie der Welt zum Heil geworden: "Aus ihr wurde der Retter geboren, Christus, der Herr." Wer sich wie Maria Gott überlasse, werde zum Mitarbeiter an seinem Heilswerk, gerade auch dann, wenn Gott die persönlichen Pläne durchkreuze und auf einen anderen Weg stelle, einen Weg, dem Leiden und Schmerzen nicht genommen sind, dessen Ziel aber, die unverlierbare Gemeinschaft mit Gott, nicht verfehlt werden könne. Maria mache Mut, sich auf die Pläne Gottes einzulassen.

Dazu müsse man aber die Stimme Gottes hören können, meinte Pfarrer Stengel. In unserer lauten hektischen Zeit sei dies schwer. "Gott zu hören setzt Stille und Einkehr voraus." Gerade die Verkündigungsszene mahne uns, die Stille nicht aus unserem Leben zu verbannen. "Maria mahnt uns, unsere Lenkzeiten nicht zu überschreiten und immer wieder auf den Rastplatz zu fahren, damit unser Leben kein Himmelfahrtskommando wird." Wer dies beherzige, werde wie Maria das Wesentliche vom Unwesentlichen unterscheiden können und den Weg finden, auf den Gott ihn ruft.

Hörend auf seine Stimme, könnten wir am Heilswerk Gottes mitwirken, sagte der Bezirkspräses abschließend, "durch das Einbringen christlicher Werte in der Politik, durch das Engagement in Parteien und gesellschaftlichen Gruppen oder durch die Unterstützung derer, die dies tun, durch die Verlebendigung des christlichen Lebens in unseren Familien, durch die Mitarbeit in den christlichen Verbänden und durch die Verteidigung unseres froh machenden Glaubens gegenüber jenen, die ihn angreifen oder lächerlich machen wollen".

Musikalisch wurde die Marienfeier vom Kolpingblasorchester Kaiserslautern, gesanglich durch die Kirchenchöre aus Hochspeyer und Thaleischweiler unter der Leitung von Manfred Leonhardt, Kaiserslautern, umrahmt. Organist war Klemens Heß, Hochspeyer. Der Erlös der Kollekte in Höhe von 688,19 Euro kommt der Aktion Brasilien von Kolpingsfamilie und Pfarrei Hochspeyer zugute.       Text / Foto: kolping

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