Bischof erhält Faksimile des "Speyerer Evangelistars"
Übergabefeier in der Apsis des Domes - Professor Ammerich hält Festvortrag
Speyer (05.10.2011). Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann nimmt am Freitag, 7. Oktober (19 Uhr), im Rahmen einer Feierstunde in der Apsis des Speyerer Domes das erste Exemplar einer Faksimile-Edition des "Speyerer Evangelistars" aus dem Quaternio Verlag Luzern in Empfang. Den Festvortrag hält der Leiter des Speyerer Diözesanarchivs, Professor Dr. Hans Ammerich, für die musikalische Umrahmung sorgt die Schola Cantorum Saliensis.
Das Evangelistar, das heute in der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe aufbewahrt wird, gilt als eines der herausragenden Werke der deutschen Buchkunst der Spätromanik. Seine Herstellung für den Festtagsgebrauch im Speyerer Dom hatte um das Jahr 1220 der damalige Domkustos und spätere Bischof von Speyer, Konrad IV. von Tann, in Auftrag gegeben. An kirchlichen Festtagen wurde das "Speyerer Evangelistar" in feierlichen Domprozessionen getragen und dabei den Gläubigen mit seinem kostbaren Prunkdeckel im Widerschein der Kerzen auch als Schaustück zur Verehrung und Erbauung präsentiert.
Die originalgetreue Faksimile-Edition des Evangelistars besteht aus 77 Blatt im Originalformat mit 17 ganzseitigen Miniaturen, einer Schriftzierseite in Gold und 70 Zierinitialen. Der vollplastische Einbanddeckel setzt sich aus mehr als 150 Einzelelementen - Gold, Silber, Schmucksteine und Silberplättchen mit schwarzen Aufschmelzungen in Goldschmiedetechnik - zusammen. Die weltweit limitierte Auflage, für die Bischof Wiesemann die Schirmherrschaft übernommen hat, umfasst 280 handnummerierte Exemplare.
Eine Seite aus der Faksimile-Edition des "Speyerer Evangelistars" ist vom 7. bis 30. Oktober in der aktuellen Ausstellung "Die Salier - Macht im Wandel" im Historischen Museum der Pfalz in Speyer zu sehen. Sie ersetzt das Original, das aus konservatorischen Gründen in den Tresor der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe zurückgebracht wurde. Text: pilger-is / Foto: verlag



