Pilotprojekt Qualitätsmanagement startet

19 Kindertageseinrichtungen beteiligen sich an dreijährigem Prozess

Pilotprojekt

Speyer (13.04.2012). Das Bistum Speyer will die Arbeit in den 245 katholischen Kindertagesstätten in der Pfalz und Saarpfalz in den Blick nehmen und gleichzeitig ihr religiöses Profil stärken. Zu diesem Zweck hat es Leitlinien zur Profilentwicklung erstellt, die Ende Januar vorgestellt wurden. Mithilfe der Leitlinien sind die Kindertagesstätten aufgerufen, in einem mehrjährigen Prozess für ihre jeweilige Einrichtung ein eigenes Leitbild zu erstellen, um ihre Arbeit bewusster zu gestalten und das katholische Profil herauszuarbeiten.

Auf diesen Weg machen sich nun zunächst 19 ausgewählte Einrichtungen in fünf Regionen der gesamten Diözese. Sie nehmen an einem Pilotprojekt zur Qualitätssicherung teil. Dabei wird an den Leitbildprozess ein Qualitätsmanagementprozess angekoppelt, um Qualitätskriterien für die Arbeit in den Einrichtungen zu entwickeln.

Auftakt am 17. April
Der Startschuss fällt mit einer Auftaktveranstaltung am 17. April auf Maria Rosenberg. „Eingeladen sind sämtliche Erzieherinnen und Erzieher aus den 19 Kindertagesstätten inklusive ihrer Trägervertreter“, unterstreicht Heinz-Peter Schneider, im Bischöflichen Ordinariat Speyer Referent für Qualitätsmanagement in Kindertagesstätten. Die mehr als 200 Teilnehmer kommen aus Einrichtungen an folgenden fünf Standorten: Bobenheim-Roxheim mit Frankenthal, Kusel mit Schönenberg-Kübelberg und Nanzdietsch­weiler, Landau mit den Ortsteilen Mörlheim und Queichheim, Homburg mit den Ortsteilen Bruchhof und Kirrberg sowie Waldfischbach-Burgalben mit Hermersberg, Horbach und Weselberg.
Bei der Auftaktveranstaltung werden sie von den Referenten des „Verbandes Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder“ (KTK), ein Fachverband des Deutschen Caritasverbandes, in das Projekt eingeführt. Der Verband hat 2003 ein Handbuch „KTK-Gütesiegel“ entwickelt, das die Grundlage für das gesamte auf drei Jahre angelegte Projekt bildet, und begleitet den Prozess während der gesamten Laufzeit. Enthalten sind darin auch zehn Fortbildungen, an denen jeweils zwei Personen aus jeder Einrichtung teilnehmen. Themen der zweitägigen Seminare sind unter anderen Glaube bzw. Glaubensvermittlung, Träger und Leitung, Qualitätsentwicklung bzw. -sicherung sowie Leitbild. Zwischen den Fortbildungen gibt es so genannte Kita-Tage. „Dabei kommen sämtliche Mitarbeiter der beteiligten 19 Einrichtungen zusammen, um zu reflektieren, ob und wie sie das Gelernte umgesetzt haben und welche Schwierigkeiten es gibt“, erläutert Heinz-Peter Schneider die Ziele der Treffen.

Während des Pilotprojektes werden die Einrichtungen von pastoralen Mitarbeitern begleitet. Dabei steht jedem der fünf Projektstandorte, zu denen vier mal vier und einmal drei Kindertagesstätten gehören, ein Gemeinde- oder Pastoralreferent zur Verfügung. „Sie sollen an der Leitbilderstellung mitwirken und für religionspädagogische Projekte in den Einrichtungen zur Verfügung stehen“, beschreibt Schneider ihre Funktion.

Die Diözese Speyer investiert rund 700 000 Euro in das dreijährige Pilotprojekt. Die beteiligten Träger kostet der Prozess 2100 Euro für Einrichtungen bis zu drei Gruppen und 3000 Euro für Einrichtungen ab vier Gruppen. In den Folgejahren soll die Maßnahme auf alle katholischen Kindertageseinrichtungen im Bistum ausgeweitet werden.

Einrichtungen abholen, wo sie stehen
Um sich einen Überblick über die beteiligten Kindertagesstätten zu machen, hatte Heinz-Peter Schneider in den vergangenen Monaten sämtliche Einrichtungen besucht und mit den Leitungsverantwortlichen gesprochen. „Mir war es wichtig, mich über die Konzeptionen, nach denen sie arbeiten, zu informieren, sowie abzufragen, ob es bereits Erfahrungen in Sachen Qualitätsmanagement gibt.“ Denn man müsse die Einrichtungen da abholen, wo sie stehen.

Bei der Auswahl der Kindertagesstätten haben die Verantwortlichen des sogenannten Lenkungskreises Wert darauf gelegt, „dass sämtliche Teile des Bistums sowie ländliche und städtische Regionen abgedeckt sind“, bekräftigt Schneider. Dem Lenkungskreis gehören neben Hans-Peter Schneider Herbert Adam von der Abteilung „Seelsorge in Kindertageseinrichtungen“ im Bischöflichen Ordinariat sowie Johanna Schmitterer-Schneider von der Fachberatung des Diözesan-Caritasverbandes an.

Erste Fortbildung am 18. April
Am 18. April startet bereits die erste zweitägige Fortbildung, bei der unter anderem Grundlagen für die Entwicklung eines Leitbildes vermittelt werden. Neben der jeweiligen Leiterin einer Einrichtung nimmt auch eine zweite Person teil, die die Funktion einer Qualitätsbeauftragten innehat. Sie ist für die Umsetzung der Qualitätskriterien in der Kindertagesstätte zuständig und kontrolliert den Prozess.
Das dreijährige Projekt endet mit einem Abschlussfest am 28. April 2015. Text: pilger.

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