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Nach einjähriger Pause wieder Dom-Musiktage

Programm richtet sich an drei Komponistenjubiläen aus - Start am 17. September

Domkapellmeister Melchiori

Domkapellmeister Markus Melchiori

Nach einjähriger Pause und erstmalig unter der künstlerischen Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori werden vom 17. September bis 2. Oktober wieder die "Internationalen Musiktage Dom zu Speyer" stattfinden. Das Festival, das gemeinsam von der Stadt Speyer und dem Domkapitel Speyer getragen wird, befasst sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig mit Werken der Jubiläumskomponisten Robert Schumann (200. Geburtstag), Giovanni Battista Pergolesi (300. Geburtstag) und Luigi Cherubini (250. Geburtstag).

Mit farblich sehr unterschiedlichen Veranstaltungen wolle er die Musikinteressenten begeistern, betonte Melchiori bei der Vorstellung des Programms in Speyer. Insgesamt zehn Konzerte - verteilt auf zwei Wochen mit drei Wochenenden - hat der Domkapellmeister für seine Premieren-Musiktage zusammengestellt. Mit der zeitlichen Straffung solle der Festivalcharakter deutlicher als bisher betont werden, erklärte Domdekan Dr. Christoph Kohl. Speyers neue Bürgermeisterin Monika Kabs verwies darauf, dass die Musiktage, die Anfang der achtziger Jahre von Domkapellmeister Leo Krämer ins Leben gerufen wurden, bereits zum 28. Mal stattfinden. Hermine Pfaudt, Vorsitzende des Fördervereins der Musiktage, sagte weiterhin "ideelle und finanzielle Unterstützung" zu.

Im Eröffnungskonzert im Kaiserdom am Freitag, 17. September (20 Uhr), wird die selten aufgeführte "Missa sacra" für Soli, Chor und Orchester von Robert Schumann mit dem Domchor und dem Domorchester erklingen. Robert Schumann hat nur wenige geistliche chorsymphonische Werke verfasst und nur eine einzige Vertonung des lateinischen Messtextes hinterlassen. Diesem interessanten Werk wird die Psalmvertonung „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser“ des Schumann-Freundes Felix Mendelssohn Bartholdy zur Seite gestellt. Ein Werk, das Schumann seinerzeit sehr geschätzt und in seiner "Neuen Musikzeitung" selbst überschwänglich besprochen hat.

Die Krypta des Domes wird im Rahmen der Musiktage für zwei Konzerte genutzt werden. In der besonderen Atmosphäre des Raumes erklingt am Samstag, 18. September (20 Uhr), unter dem Titel "Abbo Abbas" ein Programm mittelalterlicher Musik, dargeboten vom Frauenvokalensemble "Dialogos" unter der Leitung von Katarina Livljaniæ. Dieses Konzert wird in Zusammenarbeit mit dem Kultursommer Rheinland-Pfalz veranstaltet.

Im zweiten Kryptakonzert am Donnerstag, 30. September (20 Uhr), steht Giovanni Battista Pergolesi mit seinem berühmtesten Werk, dem "Stabat mater" für Sopran, Alt und Streicher, auf dem Programm. Es musizieren die Sopranistin Heike Heilmann, der Altus Franz Vitzthum sowie Mitglieder des Barockorchesters "L’arpa festante" München.
Die Querhäuser des Domes und die Apsis werden ebenfalls Austragungsort für zwei Konzerte sein. Am Sonntag, 19. September (20 Uhr) gastiert das "Dufay - Ensemble" Freiburg mit Vokalmusik des 16. Jahrhunderts bei den Musiktagen. Das ausschließlich aus Männerstimmen bestehende Ensemble wird Werke von Nicolas Gombert, Josquin des Pres, Orlando di Lasso und Jacobus Vaet zu Gehör bringen.

Die "Schola cantorum saliensis" der Dommusik gestaltet unter der Leitung von Domkantor Christoph Keggenhoff am Dienstag, 28. September (20 Uhr) ein Konzert mit dem Titel „Vox cathedralis - Die Stimme der Kathedrale“. Gregorianischer Choral wird hier mit improvisatorischer Musik des Saxophonisten Markus Zaja aus Essen gepaart werden. Ein nicht alltägliches Klangerlebnis im Kaiserdom.

Das Liedschaffen Robert Schumanns wird an zwei Liederabenden im Historischen Ratsaal gewürdigt: Am Mittwoch, 22. September, werden die Sopranistin Silke Kaiser und der Bariton Thomas Möller, begleitet vom Pianisten Jens Fuhr, den Liederkreis "Myrthen" op. 25 vortragen. Die beiden Schauspieler Verena Hirschmann und Detlef Nyga rezitieren zwischen den Liedern den passenden Briefwechsel zwischen Robert Schumann und Clara Wieck, der die Grundlage des Liederzyklus’ ist.

Zu einem Höhepunkt der Musiktage dürfte der Liederabend des bekannten Tenors Christoph Prégardien werden, der am Samstag, 25. September (20 Uhr), gemeinsam mit dem Pianisten Michael Gees zu Gast sein wird. Prégardien ist einer der international gefragtesten Lied- und Oratoriensänger und hat vor allem im Bereich „Lied“ mit unzähligen Einspielungen Weltruf erlangt. Neben Liedern von Franz Schubert im ersten Teil des Konzerts kommt im zweiten Teil der Zyklus "Lieder nach Justinus Kerner" op. 35 von Robert Schumann zur Aufführung.

Nicht nur Komponisten feiern Jubiläen, sondern auch bedeutende Werke der Musikgeschichte. Ein Werk, das wie kein anderes an einer Zeitenwende zwischen "alter" und "neuer" Musik steht, ist die "Marienvesper" von Claudio Monteverdi. Sie erschien im Jahre 1610 erstmals im Druck. Der "Deutsche Kammerchor" und Instrumentalisten auf Renaissance-Instrumenten werden dieses gewichtige Werk des Frühbarock unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori am Freitag, 24. September (20 Uhr), im Dom zum Klingen bringen.

Robert Schumann hat auch Werke für Orgel komponiert. Der Organist Christoph Bossert aus Würzburg wird am Sonntag, 26. September (20 Uhr), auf der Orgel im Königschor einige dieser Orgelwerke vorstellen. Außer den Werken Schumanns erklingt Orgelmusik seiner Wegbegleiter Johannes Brahms und Felix Mendelssohn Bartholdy.

Luigi Cherubini galt in seiner Zeit als größter lebender Komponist, der von vielen Zeitgenossen sehr geschätzt wurde. Robert Schumann äußerte sich sehr wohlwollend über Cherubinis Kompositionen und Beethoven wünschte sich Cherubinis "Requiem in c-Moll" zu seiner eigenen Trauerfeier. Eine Aufführung dieser Requiem-Vertonung mit Domchor und Domorchester bildet am 2. Oktober den Abschluss des Festivals.

 

Karten sind bei der Tourist-Information Speyer (Telefon 0 62 32/14 23 92) erhältlich.   

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